Hier wird die Homöopathie von Homopath Thomas Stapper in ihren Grundzügen für jeden nachvollziehbar erklärt.

Die Homöopathie ist ein feinstoffliches Heilverfahren.

Homöopathie ist keine Wundermedizin. Sie heilt nur das Heilbare, nicht das Unheilbare, was sie allenfalls zu lindern vermag. Die Heilbarkeit ist allerdings nicht durch schulmedizinisch definierte Krankheitsnamen umschrieben.











Praxis für klassische Homöopathie
Thomas Stapper - Heilpraktiker

Benderstraße 146 - 40625 Düsseldorf - Telefon: 0211 1646565

Homöopathie-Abend 21.5. Die Miasmen in der Homöopathie


 
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Homöopathie



Die Idee der Homöopathie

Homöopathie heißt wörtlich: ähnliches Leiden – homoion pathos. Das bedeutet, daß eine Arznei bei einem Gesunden genau die Symptome produziert, die sie bei einem entsprechend Kranken zum Verschwinden bringt. So löst z.B. Brechwurz heftiges Erbrechen aus. Zur Linderung dieses Leidens wird die homöopathische Arznei aus dieser Wurzel verwendet. Durch den Reiz der Arznei wird der Körper angeregt, sein Gleichgewicht wiederherzustellen - das Erbrechen hört auf.
Diese Erkenntnis wurde vor 200 Jahren von dem Arzt und Apotheker Samuel HAHNEMANN entwickelt und stand schon damals im Widerspruch zum Zeitgeist.

Die LEBENSKRAFT oder Lebensenergie des Menschen stellt sicher, daß sich das Energiesystem des menschlichen Organismus im Gleichgewicht befindet. Ist dieses Energiesystem im Gleichgewicht, dann besitzt der Mensch genügend Kraft, um z.B. herankommende Krankheitserreger abzuwehren. Wenn die Lebenskraft jedoch z.B. durch Umwelteinflüsse oder eine ungesunde Lebensweise geschwächt ist, werden die Reize auf den Organismus stärker, als es seinem normalen Ausgleichsvermögen entspricht. Er reagiert auf diese Reize mit individuellen Krankheitssymptomen.


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Der Begriff "Krankheit"

Homöopathie ist eine Therapieform, die auf die spezifischen Eigenschaften des Patienten eingeht. Sie sieht in ihm den Menschen – eine komplexe Ganzheit geistigen, emotionalen und physischen Seins. Es geht nicht um das Aufspüren und Bekämpfen von Krankheiten, sondern vielmehr um die Frage: "Was ist das für ein Mensch?"
Die aus dem Gleichgewicht geratene LEBENSKRAFT eines Menschen bringt Erscheinungen zutage, die gewöhnlich als Krankheit bezeichnet werden. Diese spür- und meßbaren Erscheinungen sind jedoch nicht die Ursache – die zugrundeliegende Krankheit!

Die eigentliche "Krankheit" ist vielmehr ein immaterielles, ein vitales Geschehen – Folge einer Störung der personalen Ordnung, welche sich in Beschwerden offenbart. Denn nicht eine Krankheit, sondern ein Mensch kommt zum Therapeuten. Was führt ihn dort hin? Die ihn quälenden, subjektiv empfundenen Beschwerden und/oder die an ihm objektiv sichtbaren Erscheinungen. Dementsprechend ist in der homöopathischen Praxis z.B. nicht die diagnostizierte Krankheit "Migräne" von Bedeutung, sondern die tatsächlichen Beschwerden des Erkrankten. Es leidet niemand an "Migräne" an sich, sondern an Kopfschmerzen, die sich ganz individuell darstellen. Der eine leidet an morgendlichem Kopfdrücken in der Stirn, welches gebessert ist von ...., der andere an stechenden Kopfschmerzen der rechten Schläfe, der Nächste hat seine Kopfschmerzen vom Nacken ausgehend, die sich dann über dem linken Auge festsetzen und dort für Stunden bestehen bleiben.
Jede Kopfschmerzart benötigt eine ihr entsprechende Arznei!

Krankheit ist also die Gesamtheit der jeweils individuellen Beschwerden – die äußere Erscheinungsform der aus dem Gleichgewicht geratenen Lebenskraft.


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Akute Krankheiten

In akuten Situationen wird eine richtig ausgewählte homöopathische Arznei schnell eine Besserung des Zustandes herbeiführen.
So wird z.B. ein Kind, welches außer sich ist vor Schreck, das es vom Klettergerüst gestürzt ist, nach einer Gabe Aconitum sofort! wieder ansprechbar und bei sich sein, später eine Gabe Arnika die Prellungen sehr schnell den Unfall vergessen lassen. Ein zahnendes Baby wird nach einer Gabe Chamomilla entspannt und ruhig einschlafen können, anstatt ständig zu schreien und umhergetragen werden zu müssen.
Die Symptome einer Blasenentzündung werden verschwinden - vorausgesetzt die Arznei wird exakt den Symptomen entsprechend verordnet.

Sie merken, hier gibt es nicht mehr die sogenannte bewährte Indikation für eine Arznei, die oft in "homöopathischen Hausapotheken" zusammengestellt zu finden ist.
Oft sind nämlich Blasenentzündungen nicht lediglich eine akute Krankheit, sondern Ausdruck einer tieferliegenden - grundsätzlichen Symptomatik. Cantharis und Co werden hier nur leichte, vorübergehende Linderung verschaffen, jedoch nicht das Gesamtgleichgewicht des Organismus wiederherstellen - den Menschen heilen oder Gesundheit bewirken können.


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Chronische Krankheiten

Jede länger andauernde oder (oft) wiederkehrende - für diesen Menschen nicht "normale" Symptomatik ist als chronisch zu bezeichnen.
Vor allem hier ist der Therapeuten-Focus von der konkreten Situation auf die Umstände und Zusammenhänge der Symptome aufzuweiten und mit einzubeziehen.
Um bei der Blasenentzündung zu bleiben: von den über 2000 bekannten homöopathischen Arzneien gibt es 122, die nachweislich einen Bezug zu Blasenentzündungen haben. Jede dieser Arzneien hat eine eigene Symptomatik, die sie spezifiziert und jeweils qualifiziert, die betreffende Blasenentzündung zu heilen! Welche Arznei benötigt wird, kann ich als Homöopath aus den individuellen Symptomen  - vor allem aus der Kombination der Symptome - der Patientin herausarbeiten.
Betrachten wir Kopfschmerzen, wird noch klarer, das individualisiert werden muß. Es gibt  insgesamt 549 Arzneien, die nachweislich (QUELLE) erfolgreich bei Kopfschmerzen eingesetzt werden.

Welche der Arzneien konkret in Frage kommt, muß anhand der ANAMNESE und der danach erfolgenden Analyse herausgearbeitet werden.

Als Beispiel für homöopathische Betrachtung von Krankheit möchte ich Ihnen "die Magenschmerzen" eines 70 jährigen Mannes darstellen, der mich wegen seines über 30 Jahre lang bestehenden Leidens aufsuchte: "es ist ein Druck in der Magengrube, manchmal Krämpfe bis zum Erbrechen, hatte schon mal eine Bauchspeicheldrüsenentzündung; Gallenblase ist wg. Steinen schon entfernt worden", vor der Entfernung seien das ähnliche Schmerzen wie die Magenschmerzen gewesen. Jetzt hat er ständig Magendruck nach dem essen. Er ißt langsam. Für sein Alter ist er eher sportlich, auch von der Figur her, "leichter Bauch". Fette Speisen verursachen Magenschmerzen, weshalb er sie wegläßt. Mit dem Magen fing es an, nachdem seine Frau anfing, sich mehr für andere Männer zu interessieren und mit denen wegging. "Da war ich nicht mehr gut genug ... ich mußte eben viel arbeiten; ich sollte viel Geld verdienen, aber sollte viel zuhause sein ...
wir hatten nie gestritten, aber sie traf immer Männer." Und bei der Arbeit?: "versuchte, ruhig zu bleiben, aber manchmal explodierte ich:  ich war zuständig für Ausbildung ... wenn man 1-2x erklärt hat, dann wurde ich grantig .. schrie dann los ... wurde akustisch ziemlich laut ... hinterher sagte ich mir: dreh dich rum und geh ... nun versuche ich ruhig zu sein."
Mit seiner jetzigen Frau streitet er nicht: "mit der Frau spreche ich im Streit kein Wort .. da werde ich nicht laut  .. ich finde das blöd, loszubrüllen .. es bringt ja nichts ..."

Die Art der Magenschmerzen und seine Art und Weise mit den Situationen umzugehen weisen deutlich auf die Arznei Staphysagria (QUELLE) hin, die ihm in kurzer Zeit die Schmerzen dauerhaft beseitigte.

Wichtig bei der Behandlung von Krankheiten ist es, den Grund für ein Leiden herauszufinden. Ein Grund ist immer da, jedoch meist nicht so klar zu erkennen wie im genannten Beispiel.

Dieses Beispiel zeigt, daß Krankheit nicht auf einfache körperliche Erscheinungen zu reduzieren ist. Eine vollständige Heilung kann nur dann erfolgen, wenn die ganze Spezialität des betreffenden Patienten berücksichtigt wird. Denn der Mensch besteht nicht nur aus einem Körper: Vor allem repräsentiert er seine Qualitäten in Form von Charakterzügen, Temperament, Vorlieben und seinen Wertvorstellungen wie Hoffnung, Treue, Liebe usw., die zusammengenommen sein Wesen, seine LEBENSKRAFT darstellen.
Vielfach drückt der Organismus in Form von bestimmten Symptom-Kombinationen das aus, was wir auf geistiger Ebene nicht auszudrücken vermögen.


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Die homöopathische Arznei

So wie eine "Krankheit" von immaterieller Natur ist, ist auch die Arznei nicht stofflich, mit der in der Homöopathie gearbeitet wird. Nicht nur der Mensch und seine Krankheit "besitzen" ein Wesen, sondern auch die Arznei, die zu seiner Heilung erforderlich ist. Samuel Hahnemann entdeckte, daß durch reichliche Verdünnung und Verschüttelung/ Dynamisierung einer Arznei deren heilende Kraft stärker wird und auch die erheblichen Nebenwirkungen der Urtinktur verschwinden. D.h. je weniger Wirk-Stoff, um so stärker die Wirkung!

Welche Symptome eine Arznei auslöst und daher auch zu heilen vermag, wird in Arzneimittelprüfungen an gesunden Menschen ermittelt. Diese Symptome sind entsprechend dem Naturell des Menschen körperlicher, seelischer und geistiger Art. Im Laufe von 200 Jahren konnten in vielfachen Prüfungen für homöopathische Arzneien Arzneimittelbilder erstellt werden. Entspricht ein Arzneimittelbild dem "Bild" der Patientin, so benötigt sie diese Arznei, um ihre Lebenskraft in Richtung Gleichgewicht oder Gesundheit zu bewegen.

Homöopathische Arzneimittel haben eine rein energetische Wirkung, welche bei oraler Einnahme im Körper freigesetzt wird und ihn zur Resonanz anregt. Homöopathische Arzneimittel sind nicht von materieller Natur (abgesehen vom Trägerstoff) und verursachen daher keine Nebenwirkungen! Es stehen mittlerweile über 2000 Mittel in zahlreichen Potenzen (dynamischen Stärken) aus dem Pflanzen-, Tier- und Mineralreich zur Verfügung, die nicht in quälenden Tierversuchen, sondern von gesunden Menschen geprüft werden.
Ein Heilmittel ist erst dadurch wirklich Heilmittel, dass es heilt, ohne zu schaden.

siehe auch ARZNEIHERSTELLUNG


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Die Behandlung

In der homöopathischen ANAMNESE für die ich mir 2 Stunden Zeit nehme, beschreiben Sie mir Ihre Beschwerden. Wichtig sind die tatsächli-chen Empfindungen und die scheinbaren "Kleinigkeiten", denen ich auch größte Beachtung schenke, denn gerade diese sind es, die z.B. Ihre Kopfschmerzen von denen eines Anderen unterscheiden. Ich unterstütze Sie dabei durch aktives Befragen, um ein möglichst vollständiges Bild der Symptome zu erhalten. Berücksichtigung finden auch – insbesondere bei chronischen Krankheiten – Ihre Lebensumstände (häusliche/berufliche Situation u.a.). Die Gesamtheit dieser Beschwerden/Symptome fügt sich zu einem individuellen Bild zusammen (Persönlichkeitsportrait).

Nach der Anamnese folgt die Arzneifindung: ich suche für Sie das Heilmittel heraus, welches am besten Ihrem Persönlichkeitsportrait entspricht. Dies ist vergleichbar mit einem Puzzle: In der Anamnese werden die einzelnen Teile zusammengetragen. Danach beginnt für mich das Puzzeln. Die Teile werden zu einem Bild zusammengefügt und mit den Arzneimittelbildern der homöopathischen Materia medica verglichen. Wenn eine Übereinstimmung von Persönlichkeitsportrait und Arzneimittelbild hergestellt – der "rote Faden" gefunden ist, dann ist die wirksame Arznei ermittelt.

Diese Arznei wird Ihnen dann in entsprechender Stärke und Form Globuli (Kügelchen) oder Tropfen verordnet. Die Einnahme erfolgt oral, d.h. durch die natürliche Körperöffnung der Nahrungsaufnahme (Mund). Dies ist wichtig, denn dem Organismus sollen keine Reaktionen wie z.B. bei Impfungen durch Einspritzungen aufgezwungen werden.
In den folgenden Stunden/Tagen (akute Erkankung) oder Wochen/Monaten (chronische Erkankung) beobachten Sie sich und beschreiben bei der nächsten Konsultation Ihre Reaktion auf die Arznei. Von mir wird dann entschieden, ob die Stärke des selben Arzneimittels geändert wird, ein Folgemittel verordnet oder eine Einnahmepause eingelegt wird. Denn die Wirkung der Arznei hält je nach Stärke und Krankheit von einigen Stunden bis zu mehreren Monate an! In jedem Fall wird dies individuell zu entscheiden sein und kann daher hier nicht genauer erklärt werden.


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Homöopathie für Alles und Jeden?

Homöopathie ist keine Wundermedizin. Sie heilt nur das Heilbare, nicht das Unheilbare, was sie allenfalls zu lindern vermag. Die Heilbarkeit ist allerdings nicht durch schulmedizinisch definierte Krankheitsnamen umschrieben.
Vielfach herrscht die Meinung, mit Homöopathie könne man eine Erkältung oder Grippe behandeln oder diesen Lastern allenfalls vorbeugen. Aber wenn man etwas "Richtiges" habe, dann müsse man auf "richtige" Medikamente zurückgreifen. Dem möchte ich entgegenhalten, daß Homöopathie auch bei schweren Krankheiten wie z.B. Asthma, Migräne, Magen-Darm- oder Herz- und Geisteskrankheiten zu helfen vermag.

Homöopathie findet ihre Grenzen in der Anregbarkeit der Lebenskraft eines Menschen oder in den Fällen, bei denen ein chirurgischer Eingriff vonnöten ist oder z.B. unerträgliche Schmerzen erleichtert werden müssen. Die Anregbarkeit der Lebenskraft kann geschwächt werden, z.B. durch die Einnahme starker, Symptome unterdrückende Medikamente. Diese können die Reaktion des kranken Organismus auf die feinen homöopathischen Reize hemmen.
Ob eine homöopathische Therapie sinnvoll ist, ist letztlich immer im Einzelfall zu entscheiden.

Das Alter eines Patienten ist insofern von Bedeutung, als daß jüngere und/oder nicht stark Symptom-unterdrückend therapierte Patienten meist schneller und/oder intensiver auf die homöopathische Arznei reagieren als solche, die seit Jahren z.B. mit Kortison behandelt werden. So konnte ich z.B. die Schlafstörungen eines 6 Monate alten Kindes mit nur einer Gabe Calcium carbonicum beenden! Während bei der Geisteskrankheit eines 76jährigen nicht mehr von Heilung, sondern nur von Linderung gesprochen werden kann. Andererseits war es bei einem 97jährigen möglich, einen Wasserbauch mit Gelbsucht und Braunem Urin zu innerhalb 1 Tages zu beseitigen!

Die im Alltag bedeutendste Grenze der Homöopathie liegt eher in der Fähigkeit des jeweiligen Homöopathen: im Erkennen der individuellen Situation des Patienten und der dazu passenden Arznei.

Grundsätzlich behandele ich in meiner Praxis die Menschen, die sich vorstellen können, mit mir gemeinsam den Weg ihrer Heilung zu finden und zu gehen. Mir ist Ihr Alter egal. Ich arbeite gerne sowohl mit Kindern/Kleinkindern als auch mit Erwachsenen und alten Menschen. Für mich bedeutet das Abwechslung.


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Komplex-Homöopathie

Jede erfolgreiche Heilbehandlung erfordert strenges Individualisieren. Für die Homöopathie bedeutet dies, dass zu einem Krankheitsbild ein entsprechendes Arzneimittelbild paßt. Wenn aber eine Mischung von mehreren homöopathischen Mitteln hergestellt wird, wie das bei den Komplex-Mitteln der Fall ist, dann kann von Ähnlichkeit bestimmter Arzneibilder keine Rede mehr sein. Denn es gibt keine Arzneimittelprüfungen zusammengesetzter homöopathischer Arzneien! Kombinationspräparate werden daher vermutlich ganz anders wirken als die einfache Summe ihre Ausgangsprodukte; ebenso wie die Mischung zweier Farben (Blau und Gelb) eine völlig verschiedene dritte ergibt (Grün). Die Wirkungen werden von den Herstellern vermutet, weil die einzelnen Arzneien der Mischung eine bestimmte Wirkung haben.
Da ich immer nur auf der Grundlage klarer Erkenntnisse arbeite, behandle ich meine Patienten ausschließlich mit nur jeweils einem Arzneimittel.

Schon Samuel HAHNEMANN äußerte sich über diesen Versuch, die Homöopathie zu vereinfachen: "Es ist unrecht, durch Vielfaches bewirken zu wollen, was durch Einfaches möglich ist." (S. HAHNEMANN: Organon der Heilkunst, § 274)

"Indem ich aber der Welt diese großen Funde mittheile, bedauere ich, zweifeln zu müssen, ob meine Zeitgenossen die Folgerichtigkeit dieser meiner Lehren einsehen, sie sorgfältig nachahmen und den unendlichen daraus für die leidende Menschheit zu ziehenden Gewinn, welcher aus der treuen, pünktlichen Befolgung derselben unausbleiblich hervorgehen muß, erlangen werden - oder ob sie, durch das Unerhörte mancher dieser Eröffnungen zurückgeschreckt, sie lieber ungeprüft und unnachgeahmt, also ungenutzt lassen werden." (S. HAHNEMANN: Chronische Krankheiten, Vorwort)


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Die Herstellung von homöopathischen Arzneien ist sowohl nach deutschem als auch europäischem Arzneimittelrecht verbindlich festgeschrieben; in Deutschland regelt das Amtliche Homöopathische Arzneibuch (HAB) von 1978 (Erweiterungen 1985 und 1991) die einzelnen Verfahrensschritte. Das HAB geht auf eine 1872 von W. Schwabe verfasste Schrift zurück. Ein europäisches homöopathisches Arzneibuch ist in Bearbeitung.

Der erste Schritt zur Zubereitung eines homöopathischen Mittels besteht in der Herstellung der Urtinktur oder Ursubstanz. Je nach Ausgangsmaterial ist diese Ursubstanz: eine Essenz, das heißt der mit Alkohol versetzte, frisch gepresste Saft von Pflanzen oder Pflanzenteilen;eine Tinktur, das ist der alkoholische Auszug aus getrockneten pulverisierten Pflanzen oder gequetschtem tierischem Material;eine alkoholische oder wässrige Lösung von löslichen Salzen oder Säuren;eine Verreibung aus unlöslichen Mineralien oder pulverisierten Pflanzenteilen, die mit Milchzucker im Mörser zerkleinert werden.

Mit dem Minimieren der Dosis ist eine Steigerung der Wirkung verbunden - die Arzneisubstanz wird potenziert (von lateinisch potentia: Macht) oder Dynamisieren (von griechisch dynamis: Kraft). Es ist jedoch kein reiner Verdünnungsvorgang, sondern eine Kombination von Verdünnen und Verschütteln oder Verreiben: Bei jedem Potenzierungsschritt wird die Substanz zunächst mit einem Lösungsmittel verdünnt und anschließend durch »abwärts gerichtete Schüttelschläge mit der rechten Hand auf eine harte, aber elastische Unterlage« verschüttelt (auch die Zahl der Schläge ist je nach Potenzierungsart festgelegt); beim Potenzieren nicht löslicher Stoffe durch einstündiges Verreiben mit Milchzucker erfolgen Verdünnung und Verschüttelung in einem Schritt.

Für jede Potenzstufe wird ein eigenes Gefäß mit entsprechender Menge Lösungsmittel verwendet. Als Alternative zu dieser Mehrglasmethode nach Hahnemann wurde 1831 eine Methode in nur einem Glas vom russischen Homöopathen N.S. von Korsakow (1788-1853) eingeführt. Die Korsakow-Methode wird v.a. in Frankreich angewendet. Die derart hergestellten Arzneien haben in ihrer Bezeichung ein K (z.B. MK bedeutet: C 1000 nach Korsakow). Feste Ausgangsstoffe werden nicht mit Lösungsmittel sondern durch Verreiben mit Milchzucker potenziert.

     Potenzarten homöopathischer Arzneien

Das Potenzieren erfolgt stufenweise, und zwar in Dezimalpotenzen (lateinisch decem: zehn), die mit D abgekürzt werden, in mit C gekennzeichneten Centesimalpotenzen (lateinisch centum: hundert) oder in 50.000er-Schritten (Bezeichnung LM oder Q; die römischen Zahlen L und M stehen für 50 beziehungsweise 1000, Q, die Abkürzung für quinquagintamilia, für 50.000). Wie hoch ein Mittel potenziert wurde, wird durch Kürzel bezeichnet. So ist beispielsweise C 12 ein Mittel, das durch zwölfmaliges Verdünnen im Verhältnis 1:100 und anschließendes Verschütteln aus der Urtinktur hervorgegangen ist.

    Darreichungsformen homöopathischer Arzneien

Homöopathische Arzneimittel können in Form von Lösungen (Dilutionen, abgekürzt Dil.), zu Tabletten gepressten Verreibungen (Triturationen, abgekürzt Trit.) oder als Globuli verabreicht werden. Ein Globulus (lateinisch für Kügelchen) ist die häufigste Darreichungsform.

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